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Münsterländische Zeitung vom 17.02.2011
Einheitliche Pflegeausbildung unklar
Kontroverse Diskussion über Neuordnung
Kreis Steinfurt • Weil sie überzeugt sind, dass es Zeit ist, sich in die Diskussion um die Zukunft der Pflegeausbil-dung einzuschalten, hatten das Caritas Fachseminar für Alten- und Familienpflege Rheine und der Paritätische Wohlfahrtsverband MdB Jens Spahn (gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion) zu einem Gespräch eingeladen. In der Seniorenwohnanlage Scheipers Hof (Mitglied im Paritätischen) in Rheine diskutierten die Vertreter der einladenden Organisa-tionen mit Spahn. „Die CDU tendiert zu einer gemeinsamen Ausbildung von Altenpflege-, Krankenpflege- und Kinderkrankenpflege, erklärte der gebürtige Ahause. Das entspreche auch der Forderung der Träger, also der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Man verspreche sich da-von mehr Flexibilität beim Personaleinsatz. Dem stimmte Heimleiter Jürgen van Slooten (Scheipers Hof) zu. Man werde den Prozess selbstverständlich konstruktiv begleiten, versicherten Perta Berger (Leiterin des Caritas Fachseminars für Alten- und Familienpflege Rheine), Wolfgang Dar-gel (Leiter des Caritas Bildungswerkes Ahaus) und Norbert Klapper (Paritätischer). Allerdings stellten sie fest, dass die bisherigen Überlegungen meistens nicht zu Ende gedacht sind. „Das gilt auch im Hinblick auf die Interessen der Auszubildenden,“ pflichtete Altenpflegeschüler Reinhold den Ouden bei.
Angesichts der geäußerten Bedenken verwies Jens Spahn darauf, dass bisher nichts entschieden ist. „Sobald im Bundestag die ersten konkreten Vorschläge vorliegen, lade diesmal ich zu einem weiteren Gespräch ein,“ stellte er in Aussicht.
Auch die Finanzierung der Umschulung war ein Thema. Die Agentur für Arbeit fördert lediglich die ersten beiden Jahre der insgesamt dreijährigen Altenpflegeausbildung. „Das erschwert uns die Suche nach zusätzlichen Ausbildungsplätzen sehr,“ führten Petra Berger und Wolfgang Dargel aus und fanden damit bei Jens Spahn Verständnis. Er sagte Unterstützung bei der Lösung des Problems zu. Auch die in den meisten Fällen vergleichsweise bescheidene Bezahlung in der Al-tenpflege wurde angesprochen. Jens Spahn zeigte sich zuversichtlich, dass der Markt das regeln werde, denn schon sehr bald würden die Unternehmen erkennen, dass sie ihr Personal nur gewinnen und halten können, wenn sie es deutlich besser bezahlen.
Fotos zum Artikel
Caritas Bildungswerk Ahaus